News

Impact startet mit Optimismus und guter Laune

US-Comedian Billy Crystal schaffte es, dass trockene Software-Themen locker rüberkommen

von Harald Weiss am 05.05.2009.

Trotz der allgemein schwachen wirtschaftlichen Lage zeigte sich IBM auf der diesjährigen Impact-Veranstaltung sehr optimistisch und gut gelaunt. Gründe dafür gab es genug: Neue Produkte und Services sowie neue Zahlen über die führende Marktstellung von IBM im Bereich SOA. Und wer darüber noch nicht genug erfreut war, den brachte ein professioneller Komödiant zum Lachen.

Zum Auftakt dem diesjährigen Impact-Event im luxuriösen Venetian-Hotel in Las Vegas gab es ein Bündel an Informationen sowie eine Menge Spaß, die der amerikanische Komödiant Billy Crystal als Moderator verbreitete.

IBMs Senior Vice President und Chef der Software-Gruppe, Steve Mills, ging in seiner Keynote besonders auf den Umfang ein, den die Informationstechnologie heute bereits weltweit erreicht hat. So kommen auf jeden Erdenbürger inzwischen eine Milliarde Transistoren, täglich werden 15 Petabyte an Daten neu erzeugt und bereits in zwei Jahren werden zwei Milliarden Menschen Zugang zum Internet haben.

Doch das reicht noch nicht. „Die bestehenden Infrastrukturen müssen wesentlich besser genutzt werden, und nur IT ist in der Lage diese Probleme zu lösen“, rief er den Teilnehmern in einem prall gefüllten Saal zu.

So würden über 10.000 Tonnen Benzin unnütz verbrannt, weil die Fahrzeuge im Stau stehen, statt verbrennungsoptimal zu fahren. Beispielsweise entsteht 45 Prozent des Verkehrsaufkommens in New York durch Fahrzeuge, die einen Parkplatz suchen. Und auch die IT-Branche ist noch weit von dem entfernt, was sie auf Grund ihrer technologischen Leistungsfähigkeit für sich selbst erreichen könnte. Laut Mills befinden sich 85 Prozent der weltweiten Computer-Kapazität ungenutzt im Leerlauf.

„Wir müssen nicht härter, sondern smarter arbeiten“

Das Fazit von Steve Mills lautet deshalb: „Wir müssen alle in Zukunft nicht mehr und nicht härter, sondern smarter arbeiten. Das heißt, dass wir mehr Informationen in Realtime zur Verfügung haben, die von intelligenten Programmen ausgewertet und aufbereitet werden, sodass anschließend smartere Entscheidungen möglich sind.“

Um die Brücke zu WebSphere und SOA zu schlagen, verwies Mills dann auf die mangelnde Effizienz bei der Integration mit Zulieferern: „Über 40 Milliarden Dollar kostet uns die unzureichende Anbindung von Zulieferern an deren Kunden – was für eine immense Geld- und Ressourcenverschwendung.“

Smart SOA, smart BPM und Smart Collaboration

IBMS Vice President für SOA & WebSphere Marketing, Strategy Channels, Sandy Carter, präzisierte dann anschließend, wo der Schuh dabei besonders drückt: „Früher dauerte es bis zu fünf Wochen um einen neuen Lieferanten einzubinden, doch heute muss das innerhalb von drei Tagen möglich sein – das aber setzt neue Integrationsformen voraus, die weit über die eigenen IT-Infrastrukturen hinaus gehen. Smart SOA nennt sie das.

Dynamische Geschäftsprozesse und Modelle sind die zweite Säule, die es uns in Zukunft erlauben wird, wesentlich smarter zu arbeiten. Als Beispiele für derart smarte Arbeiten verwies sie auf verschiedene Branchen. Beim Handel lassen sich mit den Kundendaten wertvolle Einblicke in deren Verhalten erzeugen, wodurch die Bestandsführung wesentlich verbessert werden kann. Und in der Öffentlichen Hand lassen sich Verkehrsströme optimieren, wodurch die Infrastruktur besser ausgenutzt wird und teure Fahrzeugstaus vermieden werden.

Carter sieht noch einen weiteren Faktor, der zu einem besonders smarten Arbeiten führen kann: Die Collaboration. Vor allem im Gesundheitswesen ließen sich mit weitreichenden Kollaborationen bessere Entscheidungen in wesentlich kürzerer Zeit generieren. „Zwei Drittel aller Mitarbeiter glauben, dass es Kollegen gibt, die ihnen helfen könnten ihren Job besser zu machen – aber sie wissen nicht, wie und wo sie diese finden können“, meint Carter.

Aber auch in der Kommunikation mit Kunden und Partnern seien die neuen Socialmedia-Angebote bestens geeignet um deren Wünsche schneller zu erfassen und entsprechend zu reagieren. Hierbei zitierte sie den New Yorker Systemintegrator Prolifics, der mit Hilfe von IBMs Game-Collaborator Innov8 (gesprochen „innovate“) seinen Kunden quasi reale Lösungen präsentieren konnte.

Neuheiten en Masse

Auf der Impact stellte IBM Innov8 2.0 vor, das drei neue Scenarios enthält: Supply Chain, Verkehrsfluss und Kundendienst für TK-Provider. Laut IBM wird Innov8 bereits von über 1000 Universitäten weltweit genutzt.

Weitere Produktankündigungen betrafen die Integration von WebSphere mit den BPM-Produkten von ILOG, einem Unternehmen, das im Herbst vorigen Jahres von IBM akquiriert wurde, sowie der weiteren Integration der WebSphere Middleware mit IBM Lotus.

Doch nicht nur neue Software und Integration wurde präsentiert, auch ein Stück Hardware wurde spektakulär enthüllt: IBMs WebSphere Cloudburst ist eine „Plug & Play“ Appliance, die den WebSphere Application Server enthält und darüber hinaus das gesamte Umfeld managt.

Beispielsweise die komplette Verwaltung von VM-Images. „Cloudburst verbindet SOA mit Cloud-Services – und das erlaubt es unseren Kunden, smarter zu arbeiten“, sagte IBMs General Manager der Application & Integration Middleware Division, Tom Rosamillia in seiner Keynote.

SOA-Markt ist weiterhin lebhaft

Neben den vielen Produktinformationen galt ein besonderes Interesse den aktuellen wirtschaftlichen Rahmendaten. Steve Mills sieht derzeit jedoch keinen Grund zur Besorgnis. „Das Marktinteresse an SOA ist weiterhin äußerst lebhaft“, lautet seine Markt-Beobachtung.

Diese Gelassenheit geht vermutlich auch auf die führende Stellung zurück, die IBM im Bereich SOA hat. So ist WebSphere das weltweit führende Produkt im SOA-Markt. „Wir sind im Bereich SOA unangefochten die Nummer eins“, schwärmte Carter später gegenüber den angereisten Journalisten und verwies dabei auf eine Studie von Wintergreen, wonach IBM im Bereich SOA einen Marktanteil von 70 Prozent hält. Ergänzend dazu lieferte sie noch weitere beeindruckende Zahlen7: 8002 Kunden weltweit sowie 7400 Business-Partner.

Dieser Erfolg zeigte sich auch an der Beteiligung an diesem dritten Impact-Event. So kamen 5100 Teilnehmer in die Wüstenstadt in Nevada. 327 externe Redner berichten diesmal über ihre Erfahrungen und bereichern damit die IBM-Vorträge. Außerdem berichten 80 Journalisten über die Impact in die ganze Welt.

Urwald-Konzert als Showeinlage

Höhepunkt im Unterhaltungsteil war eine Showeinlage des Komikers Billy Crystals zum Abschluss der Keynotes. Hierbei ging es darum, Geräusche aus dem afrikanischen Dschungel zu imitieren. Ausgewählt hatte er sich dafür die Key-Speaker Sandy Carter, Steve Mills und Tom Rosamilla. Mills und Rosamilla mussten auf Handzeichen exotische Schreitöne von sich geben, während Sandy Carter bei jedem Schritt von Crystal das Geräusch von knirschendem Gras simulierte. Nach einigem Üben hörte sich das „Konzert“ dann wirklich fast wie im Urwald an.

Text und Fotos: Harald Weiss, newyorkreporters.com

twitter this

Kommentare

Ihr Kommentar

Melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben.